Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Hitdorf 1428 e.V.

Mitglied im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V.


Unser Patron

Der Name Sebastian stammt aus dem Griechischen und bedeutet "der Erhabene". Sebastian zählt zu den bekanntesten frühchristlichen Märtyrern (gestorben um 304). Die ursprünglichen Aufzeichnungen über den Heiligen sind verlorengegangen; noch erhalten sind Aufzeichnungen aus dem 5. Jahrhundert. Diese sind allerdings schon stark von Legenden geprägt. Doch gerade das Legendäre stellt Sebastian als das Sinnbild soldatischer Tugenden dar, die noch heute ihre Gültigkeit haben. Er verkörpert den "idealen Offizier", der seine Pflicht bis auf das Äußerste erfüllt, soweit es sein Gewissen zuläßt.


Die Überlieferung erzählt:

Sebastian wurde (gemäß nicht sehr glaubhaften biographischen Angaben) in Narbonne (im heutigen Frankreich) geboren und in Mailand erzogen. Bereits in seiner frühesten Jugend kam er mit dem Christentum in Berührung und wurde ein eifriger Anhänger der Lehre Christi. Sebastian besaß eine starke Neigung zum Militärdienst und erhielt schnell den Posten eines Befehlshabers der Prätorianischen Leibwache des Kaisers.

Der Palasthauptmann Sebastian war im kaiserlichen Rom sehr bekannt. Oft sah man ihn Abends in Richtung Elendsviertel am Tibetufer gehen. Gerne hätten seine Vorgesetzten gewußt, was er dort machte. Die entsprechenden Nachforschungen waren allerdings nicht von Erfolg gekrönt. Man war sich nur sicher, dass die Armen Sebastian kannten und dass er sehr beliebt war.

Sebastian war ein enger Freund von Kaiser Diokletian. Dieser hatte den jungen Offizier, der sich in vielen Schlachten verdient gemacht hatte, persönlich als Befehlshaber der Leibwache ausgesucht. Solange seine Untertanen ihren Dienst verläßlich verrichteten, war es dem Kaiser egal, welcher Religion sie angehörten. Die Aufrechterhaltung der staatlichen Ordnung und seine persönliche Sicherheit waren dem Kaiser wichtiger, als irgendein religiöser Fanatismus. Sebastian rechtfertigte das Vertrauen des Kaisers. Er war mit Leib und Seele Soldat und wäre nie von seinen Befehlen abgewichen. Das hohe christliche Glaubensideal der Urchristen, das von der Erwartung der baldigen Wiederkunft Christi zum Jüngsten Gericht geprägt war, hielt ihn davon ab, sich an den Exzessen seiner Kameraden (Umtrunk, Glücksspiele und Dirnen) zu beteiligen. Für Christen der Verfolgungszeit war diese Ablehnung genauso selbstverständlich wie die Sorge um die Armen oder das gemeinsame Brotbrechen (Feier der hl. Messe).

Nach der Wachablösung hielt sich Sebastian meist bei der christlichen Gemeinde auf. Dort tauschte er Neuigkeiten aus und fungierte als Sachwalter öffentlicher Angelegenheiten. Sein Eintreten für das Recht der lange Unterdrückten und jetzt nur Geduldeten konnte ihm jederzeit den Kopf kosten. Dennoch war ihm der Kampf für Glauben und Gerechtigkeit wichtiger als sein eigenes Leben und seine Karriere.

Die Gefahrenzeichen aus dem Orient entgingen seiner Wachsamkeit nicht. Schon seit einigen Jahren praktizierte Cäsar Galerius die planmäßige Ausrottung aller Christen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch Kaiser Diokletian eine ähnliche "Säuberungsaktion" befiehlt. Als es dann soweit war, verlegte Sebastian sein Wirkungsbereich von den Straßen in das örtliche Gefängnis. Dort überbrachte er den Gefangenen den letzten Gruß der Gemeinde und eine Hostie.

Sicher haben einige wohlwollende Hofbeamte immer wieder Sebastian zur Vorsicht gemahnt. Auch die Kirche hat die Losung ausgegeben, sich nicht freiwillig ins Martyrium zu drängen. Sebastian hielt Disziplin, wagte aber dennoch bei einer Gerichtsverhandlung zuviel.

Die sogenannte "Legenda aurea" berichtet über diese Gerichtsverhandlung:

Die Zwillingsbrüder Marcellianus und Marcus sollten wegen ihres Christenglaubens enthauptet werden. Die Mutter der beiden bettelten sie an, von ihrem Glauben abzuschwören um ihr Leben zu retten. Während sie mit bewegten Worten klagte und weinte, wurde der greise Vater der Zwillinge in den Gerichtssaal geführt. Dieser hatte sich Asche auf sein Haupt gestreut und schrie, seine Söhne mögen nicht willentlich in den Tod gehen. Auch herbeigeeilte Freunde wollten die Zwillinge umstimmen. Fast hätten sie Erfolg gehabt.

Doch da kam Sebastian dazu und sprach: "Oh, ihr starken Ritter Christi, laßt euch nicht die ewige Krone rauben durch Bitten und süße Worte."

Zu den Eltern gewandt sagte er: "Fürchtet euch nicht, denn diese werden nicht von euch geschieden, sondern sie gehen hin, dass sie euch eine Wohnung bereiten im Himmel. Die Verfolgung, die wir hier leiden, die glüht heute und ist morgen verraucht. In einer Stunde nimmt sie ein Ende. Die Feuer der ewigen Pein aber werden alle Zeit erneuert und gemehrt, damit die Strafe vollkommen sei."

Nachdem der Heilige so gesprochen hatte, warf sich eine stumme Frau ihm zu Füßen. Sie winkte ihm, daß er sich ihrer erbarme. Sebastian sprach: "Bin ich Gottes Knecht und sind die Dinge wahr, die ich gesagt habe, so tue ihr den Mund auf, der seinem Propheten Zacharias die Zuge löste." Da sagte die Frau: "Gesegnet sei die Rede deines Mundes und gesegnet alle, die deinen Worten glauben; denn ich sah einen Engel bei dir stehen, der hielt dir ein Buch vor. Darin waren alle Worte geschrieben, die du gesprochen hast."

Die Zwillinge Marcus und Marcellianus blieben also standhaft durch die Kraft, die ihnen Sankt Sebastianus verliehen hatte. Ihre Eltern und viele andere Menschen, die dabei waren, wurde gläubig und empfingen die Taufe.

So kam es, dass Sebastian wegen Aufreizung zum Widerstand gegen die Staatsgewalt angeklagt wurde und man ihm den Prozeß machte. Da er Soldat war, wurde er zum Tode durch Erschießen verurteilt. Die besten Bogenschützen der Garnison wurden zur Vollstreckung des Urteils abkommandiert. Ihre Pfeile jedoch taten eine schlechte Arbeit. Besinnungslos und blutüberströmt, aber noch lebend, konnte Sebastian von Christen geborgen und von der hl. Witwe Irene gesund gepflegt werden. Inzwischen war die Christenverfolgung weiter fortgeschritten und Sebastian erfuhr täglich von neuen Opfern. In Sebastian keimte eine große Idee. Er wollte als Totgeglaubter vor den Kaiser treten und ihm über das Unrecht aufklären, was in seinem Namen begangen wird. Die Hoffnung, daß der Kaiser seinen Befehl zur Ausrottung der Christen zurücknehmen werde, war zwar äußerst gering, aber dennoch ließ es Sebastian auf einen Versuch ankommen.

Er wartete also nicht mehr lange mit der Ausführung seines Beschlusses und trat Kaiser Diokletian entgegen. Er nutzte die Überraschung des Kaisers um eine Verteidigungsrede für das Christentum vorzutragen. Zu einem anderen Zeitpunkt hätte er wahrscheinlich Erfolg gehabt, aber inzwischen war aus dem weitblickenden Herrscher ein mißtrauischer, launenhafter und despotischer Mann geworden. Diokletian sah in Sebastians Rede eine direkte Beleidigung seiner kaiserlichen Persönlichkeit. Empört ließ er Sebastian abführen und auf den Palatin mit Knüppeln wie einen Hund niederschlagen. Sein Leichnam wurde daraufhin in die Kloake geworfen. Der Heilige erschien Lucina, eine fromme Christin, im Traum und weiß sie an, seinen Leichnam zu bergen. Wie im Traum angewiesen, barg Lucina seinen Leichnam und begrub ihn an der Stelle der Via Appia "ad Catacum bas", die Sebastian ihr in ihrem Traum genannt hatte. An dieser Stelle wurde im Jahr 367 von Papst Damasus eine der sieben Hauptbasiliken Roms, die heutige Kirche San Sebastiano, erbaut.

Das Fest des heiligen Märtyrers wird seit dem Jahre 354 am 20. Januar gefeiert. Dargestellt wird der hl. Sebastian meist als entblößter, von Pfeilen durchbohrter, an einem Baum gebundener Jüngling. In der älteren Kunst aber auch als bärtiger, ganz bekleideter Krieger.

Der Reliquienschrein des Hl. Sebastians in der Kirche "San Sebastiano ad Catacumbas" an der Via Appia Antica in Rom:




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