Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Hitdorf 1428 e.V.

Mitglied im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V.


Schützenwesen zur Zeit des Nationalsozialismus

Schon im Vorfeld der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden in der Presse Artikel gegen die Schützenbruderschaft veröffentlicht. Nach der Machtergreifung erhöhte sich der Druck auf die Schützenbruderschaft. Mit Schreiben vom 31.03.1934 teilte der Ortsgruppenleiter der N.S.D.A.P., Otto Förster, der zugleich die Ämter des Bürgermeisters und des Vereinsführers des im Jahr 1926 gegründeten Allgemeinen Schützenverein Hitdorf inne hatte, der Schützenbruderschaft ihre sofortige Auflösung ohne Angabe von Gründen mit. Er forderte die Schützenbruderschaft auf, eine Aufstellung über das Vereinsvermögen und die sonstigen Werte (Silber der Königskette) zu übergeben. Die Auseinandersetzung zwischen dem Ortsgruppenleiter und der Schützenbruderschaft wurde vom Reichsministerium des Inneren zu Gunsten der Schützenbruderschaft entschieden.


Anträge auf Genehmigung eines Schützenfestes im Jahr 1934 wurden allerdings abgelehnt. Stattdessen sollten sich die Mitglieder der Schützenbruderschaft dem Allgemeinen Schützenverein anschließen und das Schützenfest feiern. Da die Weltanschauung beider Vereinigungen weit auseinander lag, traten keine Mitglieder über. Im Jahr 1934 feierte die Schützenbruderschaft zur Vermeidung einer Provokation kein Schützenfest.


Der schon hohe Druck auf die Schützenbruderschaft und ihre Mitglieder wurde weiter erhöht. In einer Versammlung der N.S.D.A.P., die am 05.06.1934 stattfand, wurden die Parteimitglieder, die noch Mitglieder der Schützenbruderschaft waren, aufgefordert sofort aus der Schützenbruderschaft auszutreten. Nach Ablauf einer bis zum nächsten Morgen gewährten Bendenkzeit traten 14 Mitglieder aus Furcht vor Reprässalien aus der Schützenbruderschaft aus.


Um im Jahr 1935 ein Schützenfest veranstalten zu können, ging der Vorstand der Schützenbruderschaft auf den Kompromiss ein, beim Schützenfest das Hakenkreuz zu zeigen.
Der Kassierer der Schützenbruderschaft Rudolf Leven wurde Schützenkönig und Artur Dick wurde Prinz. Beide sollten es fünfzehn Jahre lang bleiben. Es war nämlich das letzte Schützenfest, das die Schützenbruderschaft feiern konnte. In der Öffentlichkeit kamen die Aktivitäten der Schützenbruderschaft völlig zum Erliegen.


Das Königsschild des Königspaares Rudolf und Elisabeth Leven erinnert an den Anfang und das Ende der Regentschafts. Die Gestaltung der Vorder- und Rückseite lädt zu Interpretation ein:




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